3 Tipps um Schreibblockaden zu lösen

Wer kennt das nicht? Da muss man irgendetwas schreiben, zum Beispiel eine Geburtstagskarte, und es fällt einem bei bestem Wille nichts ein. Natürlich kann man das Geschriebene kurz und einfach halten.

Wie meine Bekannte, die mir zu meinem Geburtstag jeweils „Alles Gute“ und nichts sonst hin kritzelt. Nur das Datum oben rechts am Rand der Karte ändert sich alljährlich. Für all jene unter uns, welche grössere Erwartung hinsichtlich der eigenen Schreibkraft hegen, ist das natürlich keine Option. Aber was tun, wenn einem nichts Neues einfällt? Auf die Muse warten und Däumchen drehen?

Die Musen

Nein, das würde ich dir nicht empfehlen. Zum einen ist die Muse recht launig und schaut meist nur dann zur Tür rein, wenn garantiert niemand Geburtstag hat. Zum anderen ist auch die moderne Muse, das Internet, keine empfehlenswerte Lösung. Denn obschon stets bereit dir Tausend Optionen zu gewähren, lässt das Internet leider manchmal an Originalität und Finesse mangeln.

Oder hast du dich etwa einmal mit einer Internetvorlage auf eine offene Stelle beworben?

Ausserdem kommt es ganz schlecht rüber, wenn diese eine Tante, welche nun endlich einen WLAN-Anschluss hat, im World Wide Web auf deine Geburtstagskarte zu ihrem 50. stösst. Aber verzage nicht, ein bisschen abkupfern darfst du doch.

Inspiration vom Müllmann

Es gibt zwei wunderbare Arten abzukupfern bei einer Schreibblockade: A. Du kuckst dir das an was schon in deinem Besitz ist. Du gehst also sämtliche Geburtstagskarten durch die du je gekriegt hast oder falls du einen längeren Text schreiben sollst, lese ein berühmtes Essays (da im Internet jeder berühmt sein kann, findest du viele).

Irgendwo in all diesen Wörtern wirst du bestimmt etwas finden, was dir einen Schubs in die richtige Richtung gibt.

Oder dir zumindest eine Schreibvorlage bieten kann. Eine andere Möglichkeit wäre: B. Du fragst in deinem Bekanntenkreis oder deiner Familie nach. Vielleicht hat einer von ihnen eine Idee. Wenn du gar keine Berührungsängste kennst, kann dafür auch dein Bäcker, der Müllmann oder der Busfahrer hinhalten. Alles erlaubt.

Wie schaffen es die bezahlten Schreiberlinge

Damit du jetzt nicht denkst, dass wäre an der Nase herbeigezogen, gebe ich dir eine meiner Lieblingsquelle bekannt. Falls sich das Geschrieben beispielsweise um Beautyprodukte drehen soll, mache ich flugs einen kleinen Shopping-Trip in die Kosmetikabteilung eines Kaufhauses.

Die netten Damen und Herren dort haben immer einen Denkanstoss. Aber natürlich ist auch das mehr „Auf-gut-Glück“. Etwas konkreter sind dabei die Studien der Medienlinguistik zum Schreibverhalten von Journalisten.

Da hat man nämlich erfahren das kundige Schreiberlinge zuerst lange Nachdenken über das Was, Wie und Warum. Anschliessend schreiben sie den Text in einem Ruck runter. Dann lassen sie das Geschriebene liegen und beschäftigen sich mit etwas andrem. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird mit „gelüfteten Kopf“ nochmal alles durchgelesen. Daraus lernen wir, dass es nichts hilft verbissen an ein und demselben Text herum zu tüfteln. Auch wenn es ab und an schwierig ist sich zu lösen oder du vielleicht unter Zeitdruck stehst, ist es gut ein wenig Abstand zu gewinnen.

Nicht ohne deine Lieblingsdroge

Als dritter Tipp empfehle ich dir Schokolade, Kaffee oder was auch immer bei dir als „Muntermacher“ wirkt. Denn obwohl schreiben eine Denkaufgabe ist, darfst du deinen Körper dabei nicht vergessen. Zwischen den beiden herrscht schliesslich eine wechselseitige Beeinflussung. Ich kann absolut nichts zustande bringen vor meinem allmorgendlichen Kaffee oder wenn ich richtig Hunger habe. Daher habe ich immer irgendwo etwas zu knabbern.

Falls dir jedoch trotz aller Tipps und Tricks für die Geburtstagskarte nichts einfällt, weil dir beim gefühlten 377. Mal absolut nichts Neues und Ergreifendes einfällt, darfst du die Karte auch mal weglassen. Verpack das Geschenk einfach extra toll.

Ein paar Gedanken zu Truffaut

Als eine neue Welle über das Kino schwappte

Bekanntlich begannen viele amerikanische Millionäre als Tellerwäscher. Einer der wichtigsten Kinoschaffenden des internationalen Kinos begann als Laufbursche. Es geht um Francois Truffaut, der später auch in einer Fabrik arbeitete und in Heimen das wahre Leben kennenlernte.

Und war er schon einmal mit Arbeitern zusammen, gründete er einen Arbeiter-Filmclub.

Doch der Glücksfall seines Lebens kam später in Gestalt des Filmkritikers André Bazin in sein Leben. 1953 veröffentlichte Truffaut seine ersten Filmkritiken. Mit einigen Kollegen gründete er die Theorie des „Autorenfilms“.  Das bedeutet, dass der Regisseur der omnipräsente, alleinige Herr seines Filmes (und nicht wie oft üblich, der Produzent, der das letzte Wort hatte). Auch sollte der  Regisseur gleichzeitig seinen Stoff geschrieben haben und an allen Phasen des Films beteiligt sein.

Das Polit-Kino Godards

Der Regisseur war also auch ein Autor. Dass die resultierende „Nouvelle Vague“ (Neue Welle) ein so geschlossenes Weltbild abliefern konnte, lag an der in der Kinozeitschrift „Cahiers du Cinema“. Dort schrieben auch viele der Regisseure, die besonders von Truffaut beeinflusst waren: Jean-Luc Godard, Eric Rohmer, Jacques Rivette, und Claude Chabrol.

Auch beeinflusst waren Jean Vigo, Jacques Tati und Robert Bresson. Da jedoch das Wesen der „Nouvelle Vague“ im Individuellen des Regisseurs, im wahren Autoren  lagen, ähnelten sich die Filme nicht besonders. Die Filme, die auch als Klassiker der Nouvelle Vague angesehen werden, gehören: Godards „Außer Atem“ und  Alain Resnais „Letztes Jahr in Marienbad.

Mitte/Ende der 60er-Jahre orientiert sich Godard um und machte in erster Linie ein  politisches Kino.

Verbindung zur Welt der Bücher

Was machte das Truffaut-Kino so speziell anziehend? Er lehnte alle tradierten Erzählweisen ab, bzw. stellte er sie zur Disposition. Oft hat der Zuschauer zunächst den Eindruck, dass mehre Handlungsstränge nichts miteinander zu tun haben. Der Humanismus war Truffaut wichtiger als die vordergründige Geschichte. So konnte er eine größere Geschichte erzählen, über die unterschiedlichen Handlungspersonen: Wer sind sie wirklich?

Truffaut hatte das Kino geprägt und teilweise revolutioniert. Auf der einen Seite eine neue Verbindung geschaffen zwischen der Welt der Bücher und Theorien.  Zum anderen bildete er mit Jean-Luc Godard und Jacques Rivette den harten Kern der Bewegung in der „Nouvelle Vague“.

Seine französischen Nachfolger erlagen desöfteren der Versuchung den Regelbruch als Selbstzweck zu betreiben.

Fall für den Psychiater

Auch fand jeder eine Nische für sich. Claude Chabrol, Mitbegründer der  Nouvelle Vague, spezialisierte sich auf den Blick hinter die Scheinwelt der Bourgeoisie. Das war seine  Art, das  etablierte Mainstream-Kino zu bekämpfen. So suchte er den individuellen Ansatz, weitab vom  Massenprodukt.

Er war rein rastloser Cineast. Das bewies er  60 Filme lang. Unter seinen Streifen waren auch Bestseller wie „Die untreue Frau“,„Das Biest muss sterben“, „Vor Einbruch der Dunkelheit“, „Süßes Gift“ oder  „Die Blume des Bösen“

„Warum ich mich darauf versteife, die doppelte Moral der Bourgeoisie zu entlarven, könnte nur ein Psychiater herausfinden“, sagte der Starregisseur einmal.

Gleichzeitig mit dem Aufkommen der Vague steckte Holllywood in einer handfesten Krise. Das Fernsehen machte Konkurrenz, den Studios fiel kaum noch Neues ein. Da konnte eine frische „Welle“ nur willkommen sein. Ein erstes Nouvelle-Vague-inspiriertes Meisterwerk kam allerdings erst 1971: „French Connection“ von William Friedkin hatte eine für damalige Zeit große Authenzität, weil an Originalschauplätzen gedreht.

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